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Stuhlinkontinenz – das stille Leid abseits vom „stillen Örtchen“

Der menschliche Ausscheidungsvorgang, besonders wenn es sich um Stuhlgang handelt – findet in unserem Kulturkreis üblicherweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Passiert dies nun fallweise nicht an dafür vorgesehenen Plätzen und hinter verschlossenen Türen, tritt Peinlichkeit, Verlegenheit und Scham auf.

Stuhlinkontinenz – der unwillkürliche, unkontrollierbare Abgang von Stuhl – ist für die Betroffenen meist eine extrem große Belastung, zumal mit dem Verständnis der Umwelt / der Mitmenschen nicht zu rechnen ist. Das hat seine Ursache einerseits in Unwissenheit, aber auch durch die Tabuisierung dieser Thematik. Und „Fäkalsprache“ führt leider auch nicht zu mehr Gesprächsoffenheit, ganz im Gegenteil. Ausscheidung in dieser Form zur Sprache gebracht ist meist aggressiv, beleidigend und abwertend. Menschen die von Stuhlinkontinenz betroffen sind, treten häufig den Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben an. Der erste Schritt um den Teufelskreis von Isolation – Depression – Frustration – Scham und Schweigen zu durchbrechen, ist der Weg zum Arzt / zur Ärztin.

Gut beraten sind Sie auch, wenn Sie eine der Kontinenzberatungsstellen deutschlandweit aufsuchen. Ziel eines professionellen, ausführlichen Beratungsgesprächs ist es, dass Sie einen Plan bekommen zur Bewältigung Ihrer Stuhlinkontinenz um im Alltag eine hohe Lebensqualität zu erreichen.

Stuhlinkontinenzformen (Einteilung nach Parks):

  • Grad 1: Leichte Form - Unkontrollierter Abgang von Winden
  • Grad 2: Mittlere Form - Unkontrollierter Abgang von dünnflüssigem Stuhl
  • Grad 3: Schwere Form - Unkontrollierter Abgang von geformtem Stuhl

Mögliche Ursachen:

  • neurogen bedingt, die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn ist gestört z.B. bei Schlaganfall, Querschnittslähmung, Multipler Sklerose u.a.
  • muskuär bedingt z.B. durch Verletzung des Schließmuskels, Dammriss, Schwäche der Beckenbodenmuskulatur (Senkung) u.a.
  • sensorisch bedingt, z.B. bei Schädigung der Schleimhaut, Dickdarmentzündungen, Durchfälle u.a.
  • psychisch bedingt z.B. bei Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen u.a.
  • medikamentös gedingt z.B. durch Laxantien u.a.

Was könnte Ihnen helfen?

Zu Beginn steht die Abklärung der Ursache durch den Mediziner / die Medizinerin! Evtl. resultierende Möglichkeiten:

  • Biofeedback
  • Beckenbodengymnastik / Physioth.
  • Stuhltagebuch
  • Toilettentraining
  • Rektale Entleerungshilfen
  • Medikamentöse Therapie
  • Operative Therapien
  • Analtampons
  • Fäkalkollektoren
  • Attends Inkontinenzprodukte (bitte beachten Sie den Produktfinder oder nehmen Sie mit uns Kontakt auf)

Wichtig ist für Sie zu wissen: Sie sind nicht allein!